Radio21
05.10.2016

„Digital ausbauen und es smarter machen“

Von

Zach Brand ist extra aus den USA angereist. Sein Thema: „Radio im Digitalen-Plattform-Zeitalter“. In der ersten Keynote der Labkonferenz #Radio21 hatte er eine zentrale Botschaft für das Publikum: „Radio lässt sich nicht töten“

Neue Unternehmen würden klassische Podcast-Leistungen anbieten, wie zum Beispiel Amazon Audible. Es sei weiterhin attraktiv. „Wir greifen am morgen als erstes zum Smartphone“, betont er die Wichtigkeit von Smartphones. Aber es gäbe viele unterschiedliche Plattformen mit vielen Unterschieden. Man könne es alles zusammenfassen und sich spezialisieren, aber nichts sei so wichtig, wie das Publikum zu erreichen. „Man muss jede Plattform verstehen, aber vorher die Bedürfnisse des Publikums“, so Zach Brand.

Wie viele Nutzer erreicht man (Reach), wie benutzen sie es (Connection) und wie stark nutzen sie es (Engagement). Das seien wichtige Fragen bei der Entwicklung einer Audience Strategy und somit wichtig für eine Digital-Strategie.

Ein Blick in die Zukunft sei ein Blick auf die Generation Z (1- bis 20-Jährige). Diese hätten im Durchschnitt fünf Ausspielgeräte (die „Millennials haben 2) , sie kommunizierten mit Bildern (nicht mehr so stark mit Text, wie die „Millennials“).

Die Erwartungen:

  • Social Networks und
  • Lokalisierung

steigen weiter in ihrer Bedeutung. In Amerika sei es zudem so, dass die Nutzung von Digital Radio steige, die Nutzung von Livestreams hingegen stagniere.

Individuelle Geschichten erzählen

Bei npr würden hier Kollektionen angeboten die unterschiedlichen inhaltlichen Kategorien zugeordnet seien: „Lead“, „Break“, „Core“ und „Invest“. Daraus ergebe sich ein Redaktionsablauf. Die Nutzer picken sich da heraus, was sie gerne erfahren wollen. „Handpicked Curation“, nennt das Brand. Und daraus erlerne die Maschine, was vielleicht auch interessant sei („Machine Learning“), sie erlerne die Präferenzen.

Data Driven Decision – für die Redaktion geben die Nutzungsdaten etwa eines Podcasts Anhaltspunkte dafür, was die Menschen interessiere. Und das führe dann dazu, dass auch entschieden werde, wann und wie lange bestimmte Inhalte ausgespielt werden.

Ein wichtiger Punkt sei auch, das zu testen. Brand nennt als Beispiel das A/B-Testing, wie es zum Beispiel Amazon massiv einsetze. Und am Beispiel von WashingtonPost.com zeigt er, wie sich die Öffnungsrate eines Artikels ändere, wenn zum Beispiel die Überschrift oder das Foto verändert werde.

Vier Kategorien für das Investment

Digital Content, Services, Produkte und Plattformen und das Marketing seien die vier Kategorien, in denen Redaktionen investieren sollten.  Eine Erkenntnis sei, dass man als Medium nicht Plattformen – wie etwa neue Social-Media-Plattformen – selbst entwickeln solle, sondern diese nutzen und integrieren solle (über Anbindungen an das eigene Framework/System). Hier könne gut mit Partnern zusammengearbeitet werden.

Zach Brand fasst seine vier Kernthesen des Vortrags zusammen:

  1. Audiencs First
  2. Experience = Expectation
  3. Data > Opinions
  4. Frameworkds not Platforms

Nun geht es erstmal in die Kaffeepause: Sie lesen wieder von mir hier ab etwa 11:15 Uhr – der zweite spannende Keynote-Vortrag zum Thema „Nicht mehr nur Serial“… Wir sind gespannt.

Zach Brand, Foto: privat

Zach Brand, Foto: privat

Über den Referenten:

Zach Brand war Vice President Digital Media bei NPR  und beschreibt sich selbst als „preisgekrönten Digital- und Technologie-Executive mit über 20 Jahren Führungserfahrung in den Bereichen Unternehmensentwicklung, Produkt Design und Technologie-Innovationen für Webseiten“. Außerdem kennt Zach aus seiner NPR-Zeit die Entwicklung der hoch gelobten App NPR One. Vor seiner Zeit bei NPR war Zach Chef der IT-Abteilung bei der Washington Post. Zach hat 2016 NPR verlassen und orientiert sich zurzeit neu auf dem Markt.

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